Die Vorteile des digitalen Lernens

Corona-Pandemie als Treiber der Digitalisierung?

Das Thema Digitalisierung ist seit einigen Jahren nicht mehr wegzudenken und in unterschiedlichsten Bereichen auf dem Vormarsch. War man vor nicht allzu langer Zeit bei einem Ausflug in den nahegelegenen Wald noch gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten, kann man heutzutage mit bestem Mobilfunknetzwerk in wenigen Sekunden Bilder aus dem Unterholz in sämtliche sozialen Medien hochladen. Die Handyfunktion „Nur Notrufe“ erblickt man nur noch in den seltensten Fällen. Nahezu in jedem Lebensbereich lässt sich ein Beispiel für die fortgeschrittene Digitalisierung finden.

Doch wären wir ohne die Corona-Pandemie im Bereich der Digitalisierung dort, wo wir heute sind? Hat die schreckliche Ausbreitung eines Virus dafür gesorgt, dass wir zwangsweise schneller von analog auf digital wechseln müssen? Fragen, die sicher nicht abschließend zu beantworten sind. Aber bezogen auf die Arbeitswelt gab es mit Lockdown und Home Office zwei Begriffe, die sowohl das Jahr 2020 als auch das Jahr 2021 nachhaltig geprägt haben. Mitarbeiter*innen, denen es möglich war, verbrachten knapp 2 Jahre weitestgehend im hauseigenen Büro. Das „Büro“ – welches wahlweise in der eigenen Küche, auf dem Dachboden oder im Keller errichtet werden musste, benötigte eine stabile Internetleitung und die entsprechende Ausstattung, um ohne Komplikationen arbeiten zu können. Viele Unternehmen waren gezwungen, dem Thema Digitalisierung hausintern deutlich mehr Dynamik zu verleihen. Welche Auswirkungen lassen sich in Bezug auf das digitale Lernen feststellen?

Digitales Lernen im Fokus

Im Zentrum dieses Beitrages steht das digitale Lernen. Im Zuge der Digitalisierung hat auch das Online-Angebot von Weiterbildungsmöglichkeiten exorbitant zugenommen. Häufig ist man mit dem Eintippen der Frage in entsprechende Onlinesuchmaschinen nur wenige Sekunden von der Antwort auf eine bestimmte Frage entfernt. Den Weg zur Bibliothek oder in die Stadtbücherei nehmen nur noch die wenigsten auf sich. Doch wie verhält es sich mit komplexeren Themen? Themen, für die ganze Seminare oder auch Seminarreihen angeboten werden? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung in Verbindung mit der Corona-Pandemie in diesem Bereich gehabt?

Digitalisierung in Zeiten von Corona: Wie kann ich mich weiterbilden?

„Das Seminar zum Thema Elektromobilität wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Wir bitten um Ihr Verständnis.“ So oder so ähnlich war es in den letzten beiden Jahren häufig zu lesen. Neben zahlreichen Freizeitangeboten wurde auch das Angebot an Präsenzschulungen und Weiterbildungen während der Corona-Pandemie fast auf Null gesetzt. Kontaktverbote und Ausgangssperren verhinderten ein persönliches Zusammentreffen derjenigen, die sich zu einem bestimmten Thema austauschen und gemeinsam weiterbilden wollten. Zwangsläufig geriet das Thema „digitales Lernen“ mehr und mehr in den Fokus.

Seminare vor Ort: 48 Stunden für 90 Minuten?

Termingebunde Seminare an Standorten, die nur mit einer mehrstündigen Auto- oder Zugfahrt zu erreichen sind, haben häufig die Wochenplanung der Arbeitnehmer*innen gehörig durcheinander gewürfelt. Mit An- und Abreise mussten hier mitunter bis zu 2 Arbeitstage eingeplant werden, um das 90-minütige Seminar vor Ort besuchen zu können. 48 Stunden für 90 Minuten Weiterbildung? In der Vergangenheit wurde diese Tatsache mangels Alternativen häufig nicht hinterfragt. Wer sich zu einem bestimmen Thema weiterbilden und entsprechende Schulungen besuchen wollte, der musste die damit verbundenen Widrigkeiten in Kauf nehmen. Doch nicht zuletzt durch die weltweite Corona-Pandemie kam es in dieser Hinsicht zu einem Umdenken: blicken wir gemeinsam auf die Vorteile des digitalen Lernens.

Ortsunabhängiges Lernen

Sich auf der Poolliege über Elektromobilität informieren, abends auf dem Sofa noch ein aufgezeichnetes Webinar zum Thema Smart Home ansehen? Was vor geraumer Zeit nur sehr wenig verbreitet war, ist heutzutage kaum noch wegzudenken. Der Faktor Unabhängigkeit spielt im Bereich der Weiterbildung eine große Rolle. Die freie Entscheidung, wo ich mit meinem mobilen Endgerät an dem Online-Seminar teilnehme, bringt viele Vorteile mit sich. Und diese Vorteile beziehen sich nicht nur auf spezielle Orte wie beispielsweise die Poolliege – ganz im Gegenteil:

Konkret auf den Arbeitsalltag bezogen zeigt sich, warum das digitale Lernen sich so großer Beliebtheit erfreut. Handwerker, die zwischen zwei Terminen eine halbe Stunde Zeit haben, können sich die Fortbildung aus dem Auto heraus anschauen. Eine 30-minütige Schulung in den Alltag zu integrieren ist nun mal definitiv einfacher, als die An- und Abreise einer Präsenzschulung im anderen Bundesland. Hier spielt auch der Zeitfaktor eine ganz entscheidende Rolle: Wer selbst entscheiden kann, von wo er die Schulung ansieht, der spart Zeit. Und wenn trotz sorgfältiger Planung ein kurzfristiger Termin dazwischenkommt, dann steht zu jedem Online-Webinar die entsprechende Aufzeichnung parat. Abrufbar, wann immer und wo man will.

Selbstbestimmtes Lernen

„Das Seminar hat mir nichts gebracht – mir ging alles viel zu schnell und ich bin überhaupt nicht mitgekommen.“ – Solch frustrierende Urteile nach einem Seminarbesuch haben häufig die Ursache, dass die Einstufung des Seminars nach Grundlagen/Fortgeschrittene/Experten nicht klar abgegrenzt wurde. Die Teilnehmer*innen kommen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen in die Seminare und dem Referenten obliegt es nun, ein gewisses Wissensniveau vorauszusetzen oder aber erstmal mit den Basics zu starten. Sicherlich ist dies bei Online-Seminaren auch der Fall, dennoch gibt es in Bezug auf das selbstbestimmte Lernen folgende Punkte, die einem vergleichbaren Feedback vorbeugen können.

Zunächst einmal kann man für sich selber entscheiden, welche Art der Lernmethode man auswählt. Im mittlerweile sehr großen Online-Lernangebot besteht die Möglichkeit, sich seinen eigenen Schulungskalender zusammenzustellen. Neben den klassischen Online-Webinaren kann man sich auch für Web-Based-Trainings, Kurzvideos, Fachbeiträge oder sogar Podcasts entscheiden. Für jeden Lerntyp ist etwas dabei. Man muss sich also nicht der vorgegebenen Lernmethode anpassen, sondern wählt die Methode aus, die am besten zu einem selbst passt. Bei Unklarheiten ist im Bereich des digitalen Lernens die Hemmschwelle nicht ganz so groß, auftretende Fragen über ein anonymes Chatfenster zu stellen. 

Am Ende des Tages lernt man also konkret mit den Lernmethoden, die zu einem selbst passen und kann sich diese Schulungen gezielt heraussuchen. Beim Online-Lernen ist die Erkenntnis, dass das aufgerufene Webinar doch nicht zu einem passt, mit einem Klick auf das X sehr leicht zu korrigieren. Die kilometerlange Anfahrt und das bereits gebuchte Hotel sorgen meist dafür, dass man das Seminar weiter verfolgen muss, obwohl man bereits weiß, dass die Lerninhalte weder passend noch informativ sind. 

Flexibles Lernen

Flexibilität ist für viele Arbeitnehmer zu einer absoluten Grundvoraussetzung geworden. Home Office, Arzttermine, Freizeitaktivitäten, Familie – diese Faktoren unter einen Hut zu bekommen, verlangt auch eine gewisse Flexibilität im Berufsleben. Da bleibt keine Zeit mehr, Weiterbildungen oder Schulungen in ganz Deutschland zu besuchen. Das Thema Weiterbildung erlebt einen Wandel. Durch das digitale Lernen spart man in diesem Bereich nicht nur viel Zeit – die Integration in den eigenen Alltag gestaltet sich durch die höhere Flexibilität deutlich einfacher.

Kurzweilige Webinare kann man sich beim Warten auf den Handwerker anschauen, den Podcast nebenbei auf der Autofahrt hören und das Web-Based-Training in der Mittagspause durchlaufen. Die Schnelllebigkeit hat auch das digitale Lernen erreicht. Die Bereitschaft, sich in Dinge einzulesen und stundenlang in Büchern oder Internetartikeln zu lesen, hat stark abgenommen. Kurz, kompakt und informativ – speziell Videoformate wie „Wissen in 5 Minuten“ oder entsprechende Kurzvideos erfreuen sich größter Beliebtheit. Das digitale Lernen muss mit dem Alltag vereinbar sein. Gleichzeitig besteht im Bereich des digitalen Lernens natürlich die Möglichkeit, die Lerninhalte selbstständig und beliebig oft zu wiederholen. Selbst längere Webinare werden in der Regel aufgezeichnet und stehen im Nachgang auf Abruf bereit. Dies ist gerade im Hinblick auf das eigene Lerntempo ein absoluter Pluspunkt.

Digitales Lernen – der Blick in die Zukunft

Ortsunabhängig – Selbstbestimmt – Flexibel: diese drei Attribute fassen sehr gut zusammen, was das digitale Lernen ausmacht. Die Schnelllebigkeit des Alltags zollt häufig in der Form Tribut, dass man im Bereich der persönlichen Weiterbildungen nicht mehr die Zeit findet, um diese gewissenhaft voranzutreiben. Das digitale Lernen schafft in diesem Bereich definitiv eine sehr gute Alternative zum analogen Lernen – dennoch wird auch das analoge Lernen in Gruppen, die Kommunikation untereinander und das Besuchen von Seminaren nach Beendigung der Pandemie wieder etwas sein, worauf sich viele Menschen freuen werden.

Die Koexistenz der beiden Lernformen ist in dieser Form ohne weitere Probleme möglich. Das digitale Lernen bietet den Vorteil, in kurzer und kompakter Form, an selbstgewählten Orten und zu unterschiedlichsten Zeitpunkten auf Lernmethoden zurückzugreifen, die am besten zum eigenen Lerntyp passen. Für Menschen, deren Alltag von Flexibilität und Spontanität geprägt ist, wird das digitale Lernen auf Dauer den analogen Gegenpart ablösen. Die Kommunikationen untereinander, die offenen Diskussionsrunden und die Gesprächsrunden abseits der Seminare im Restaurant werden jedoch weiterhin das analoge Lernen kennzeichnen. Jeder Lerntyp ist unterschiedlich und kann frei entscheiden, wie und wann er seinen Wissensdurst stillt. Wichtig ist nur, dass er gestillt wird.

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