Zutrittskontrolle bei der Mathias-Stiftung

Bild 1: Zutrittsberechtigung an einem kabellos installierten Elektronikzylinder: Bei der Umstellung des mechanischen Schließsystems auf die Zutrittskontrolle muss an der Tür nichts verändert werden, der mechanische Zylinder wird einfach durch einen Elektronikzylinder ersetzt; Quelle: Mathias-Stiftung

Sicherheit und Kostenreduktion sind zentrale Themen bei dem Betrieb von Senioren-, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. Hier spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Als digitaler Vorreiter – bereits vor zehn Jahren wurde die digitale Patientenakte eingeführt – hatte die Mathias-Stiftung die Vision, mit einem einzigen Authentifizierungsmittel sämtliche sicherheitsrelevanten Prozesse abzubilden.

Bei der gemeinnützigen Mathias-Stiftung versorgen über 4400 Mitarbeitende hilfsbedürftige Menschen. Mit unter anderem drei Akutkrankenhäusern, einer Rehabilitationsklinik, sechs Senioren- und Pflegeeinrichtungen, ambulantem Pflegedienst sowie einer eigenen Servicegesellschaft bietet die Stiftung ganzheitliche Gesundheitsversorgung aus einer Hand. Die Anforderungen: Neben der Organisation des Zutrittsmanagements sollten auch verschiedene Krankenhaussysteme, wie Wäschesystem, Spinde in Umkleiden, Bezahlsysteme oder Dokumentationssysteme über Schnittstellen an das Zutrittssystem angebunden werden (Bild 1).

Johannes Ortmeier, Fachbereichsleiter Elektrotechnik bei der Mathias-Stiftung und Standortleiter am Klinikum Ibbenbüren hatte die Leistungspakete verschiedener Anbieter und Dienstleister mit seinem Anforderungsprofil abgeglichen und auf Herz und Nieren geprüft. Heraus kam die Einführung des Zutrittskontrollsystems »Accessone« von CES, mit der Möglichkeit Drittsysteme einzubinden.

»Für uns ist das Zutrittskontrollsystem nicht nur ein elektronisches Schließsystem, sondern ein Prozesstool, das die sicherheitsrelevanten Prozesse in unseren Liegenschaften effizient steuert. Daher liegt unser Fokus auf der Etablierung eines zukunftsfähigen Systems, das sukzessive weiter ausgebaut wird«, sagt Ortmeier (Bild 2). Das breite Funktionsspektrum des Zutrittskontrollsystems »Accessone«, die wirtschaftliche und langfristige Vollkostenbetrachtung sowie die angebotenen Dienstleistungen des CES-Partners Konntec Sicherheitssysteme GmbH konnten letztlich überzeugen.

Ausweis ist das Authentifizierungsmittel

Bild 2: Johannes Ortmeier ist Fachbereichsleiter Elektrotechnik bei der Mathias-Stiftung und Standortleiter am Klinikum Ibbenbüren, Quelle. Mathias-Stiftung

Das Zutrittskontrollsystem ist offen für die Integration verschiedenster Gewerke, die in einer Gesundheitseinrichtung vorkommen. »Mit den multiapplikationsfähigen Ausweisen der ‚Accessone‘ haben wir ein Authentifizierungsmittel für die Mitarbeiter, mit dem sie sich komfortabel an verschiedenen Krankenhaussystemen anmelden können und damit ihre Identität bestätigen«, erklärt Ortmeier.

So regelt eine Applikation auf dem Ausweis das Zutrittsrechtemanagement für die Schließgeräte. Eine weitere Applikation – bewusst vom Zutrittssystem getrennt – übermittelt codiert und datenschutzkonform die Personalnummern der Mitarbeiter an die Krankenhaussysteme. Mit der Ausweiserstellungsfunktion in der Software und einem Drucker ist die Stiftung in der Lage ihre Ausweise selbst zu erstellen. In einem Druckvorgang wird das Layout auf die Karte aufgebracht und sämtliche Applikationen, auch die von Drittsystemen werden codiert.

Außenzugänge, sicherheitsrelevante Türen in Innenbereichen und häufig frequentierte Türen, wie die Zugänge zu den Umkleiden oder der Wäscheausgabe, sind in das Zutrittskontrollsystem eingebunden. An zentralen Stellen sind Lesegeräte mit Updatefunktion installiert, die mit den Controllern des Zutrittskontrollsystems verbunden sind.

Zum Dienstbeginn identifizieren sich die Mitarbeiter mit ihren Ausweisen am Leser. In Millisekunden werden die Berechtigungen überprüft, aktualisiert und bei entsprechender Berechtigung die Tür geöffnet. Bei dem Lesevorgang werden zudem die Berechtigungen für die mechatronischen Offline-Schließgeräte (wie Elektronikzylinder, Elektronikbeschläge, Wandterminals oder Möbelschlösser) aktualisiert. Auch die Systeminformationen von den Schließgeräten werden über diesen Weg an die Zutrittskontrollzentrale übermittelt.

Verliert ein Mitarbeiter seinen Ausweis, wird dieser in der Software gesperrt. Diese Information wird an jeden Controller und Updater in Echtzeit übermittelt. Zusätzlich wird die Information auf die anderen Ausweise der Mitarbeiter übertragen, und somit unter den Geräten verteilt.

Zeitliche Berechtigungseinschränkung an Spindschlössern

Bild 3: Umkleide mit Z-Spinden und elektronischen Möbelschlössern, die verhindern, dass eine Person zwei Spinde gleichzeitig buchen und belegen kann; Quelle: CES

Im Zuge der Zusammenlegung zweier Standorte zu einem Krankenhaus wurde schnell klar, dass für die zusätzlichen Mitarbeiter nicht genügend Spinde zur Verfügung standen. Es fehlte praktisch an Fläche, weitere Spinde in den Umkleiden aufzustellen. Zusätzliche Umkleiden auf den Stationen einzurichten, war aus wirtschaftlichen Gründen nicht abbildbar. So hat man zunächst in den Umkleiden sogenannte Z-Spinde aufgebaut, die auf gleichem Raum die Anzahl der Schränke verdoppelten.

Die Integration der RFID-Möbelschlösser, also dem Umbau der Schränke von einem mechanischen Verschluss auf eine elektronische Lösung mit einer zeitlich begrenzten Nutzungsdauer, machte den wesentlichen Unterschied (Bild 3). Heute kann ein Spind nur für maximal zwölf Stunden von einer Person belegt werden. In dieser Zeit kann die Person auch keinen weiteren Spind buchen. Ist die Belegungszeit abgelaufen und der Mitarbeiter hat den Schrank noch nicht geräumt, bleibt der Spind verschlossen und nur ein sogenannter »Schrankmaster« kann den Schrank wieder öffnen. Nach anfänglichem Zögern ist das Klinikpersonal heute begeistert von der Lösung, da so jedem Mitarbeiter zum Schichtbeginn ein freier Spind zur Verfügung steht.

Die nächsten Ideen, um die Schranksysteme noch besser auszulasten, sind bereits in der Umsetzung. Zukünftig steigern Infoterminals mit PIN-Tastatur den Nutzerkomfort. Hat der Mitarbeiter vergessen, welchen Schrank er belegt hat, präsentiert er seinen Ausweis am Infoterminal und gibt seine PIN ein. Im Display wird ihm nun die Schranknummer und die noch verbleibende Belegungsdauer angezeigt. Eine weitere Funktion, die Möglichkeit, Spinde temporär zu sperren, hilft den Servicekräften die Reinigungsprozesse für die Funktionsspinde gezielt zu planen und durchzuführen.

Je nach Art der Programmierung kann ein RFID-Möbelschloss personalisiert oder als Gruppenschließung eingerichtet werden. Die Bauform des Schlosses bleibt gleich. Der Vorteil für die Mitarbeiter ist, dass nicht erst der eine Stationsschlüssel besorgt werden, sondern jeder Mitarbeiter die Berechtigung für die Gemeinschaftsschlösser bereits auf seinem Ausweis hat. Das erleichtert auch die Dokumentation darüber, wann der Schrank von wem geöffnet wurde.

Zutrittskontrolle mit Schnittstelle zum Wäschesystem

Bild 4: Über den Mitarbeiterausweis erfolgt die Authentifizierung für das Wäschesystem, die Entnahme der Wäsche und die Rückgabe werden im Kemas-System gebucht; Quelle: CES

Ein weiteres Gewerk, das Kemas-Wäschesystem ist ebenfalls über eine Schnittstelle an das Zutrittskontrollsystem angebunden (Bild 4). Mit dem Ausweis identifiziert sich der berechtigte Mitarbeiter am Kemas-Terminal, welches die Drehschleuse in der Wäscheausgabe freigibt. Der Mitarbeiter entnimmt seine Funktionskleidung, die mit RFID-Chips versehen ist und verlässt über eine weitere Drehschleuse den Bereich. Zum Arbeitsende gibt der Mitarbeiter die gebrauchte Wäsche in den Rückgabeautomaten. Das Wäschesystem bucht die Entnahme und die Rückgabe, die Zuordnung zur Person erfolgt über den Ausweis.

Es gibt noch einige weitere Ideen, technische und sicherheitsrelevante Prozesse zukünftig an die »Accessone« anzubinden. Neben den intelligenten Funktionen, die bereits im Softwarepaket verfügbar sind, können jederzeit individuelle Anpassungen vorgenommen werden. Denn als offene Systemplattform sind auch der Integration verschiedenster Drittsysteme keine Grenzen gesetzt.

Autorin:

Sylvia Lambach, Leiterin Marketing, C.Ed. Schulte GmbH, Velbert
Quelle und Bildquelle: www.elektro.net

 

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